Der letzte Weg

Liebe Bloggergemeinde, heute wird es keinen allzu fröhlichen Eintrag geben, heute ist ein Tag an dem ich zu tiefst traurig bin.

Wie ihr alle wisst bin ich ein tierfreundlicher Mensch und daher habe ich selbst schon immer Haustiere gehabt. In meinem Leben gibt es zwei Meerschweinchen, meine zwei „Prinzen“ wie ich sie immer liebevoll nenne. Ich habe sie vor zwei Jahren in der Zeitung unter der Rubrik „Tierecke“ gefunden. Es war definitiv die Liebe auf den ersten Blick. Der eine, mein Möhrchen, ganz glatt und grau und mein Rübchen strubblig und gefleckt.

Gestern Abend bemerkte ich, dass irgendetwas nicht passt, jeder kennt doch dieses ungute Ziehen im Bauch. Mein Möhrchen saß verängstigt und flach atmend in der Ecke des Käfigs und gab Laute von sich bei denen mein Herz an fing zu bluten. Am nächsten Morgen ließ ich alles stehen und liegen, fetzte zum Tierarzt und wusste nach dem Röntgen, wie mich die Tierärztin ansah, dass etwas nicht stimmte. Sein Darm wäre aufgebläht, bei Meerschweinchen sehr gefährlich, und er hat stark an Gewicht verloren. Dieser Ausdruck in ihren Augen verriet mir den Ernst der Lage. Ich solle ihn da lassen zur Zwangsernährung, er bekam eine Schmerzspritze. Für all die jenigen unter euch die keine Haustiere haben und sich nicht vorstellen können wie man sich dabei fühlt denen sei eins gesagt, ich hätte alles und zwar wirklich alles getan um ihn zu retten, diese armen Augen voller Schmerz, das herzzerreißende Fiepen das er von sich gab, ich musste so viel weinen. Die Ärztin versicherte mir, dass sie alles tun wird um seinen Zustand verbessern, ich erklärte ihr das es mir egal ist wie viel es kostet, sie soll es einfach tun, ich will das er keine Schmerzen hat und gesund wird. Weinend verließ ich die Praxis und versuchte meinen Kummer mit Schokolade zu verdrängen. Mittags fragte ich wies ihm gehe, man erklärte mir, dass sich sein Zustand weder verbessert noch verschlechtert hätte und ich mich am Nachmittag noch mal melden solle. Ich probierte so gut es ging mich abzulenken, redete mir stur ein, dass alles wieder wird, er ist ein Kämpfer, er schafft das.

Um 14:30 rief ich nochmal an um mich zu vergewissern das alles passt, man erklärte mir mitfühlend, dass sich sein Zustand drastisch und sehr schnell verschlechtert hat und sie es bereits 30 Minuten vergeblich probiert haben ihn zu reanimieren. Das gab mir den Rest. Ich probierte natürlich die Fassung zu wahren, bedankte mich für ihr Bemühen und legte rasch auf. Ich konnte es nicht kontrollieren, die Tränen schossen mir in die Augen und ich sank zusammen. Wisst ihr ein Haustier zu verlieren, das für einen da war als es niemand war, das einen liebt einfach weil man so ist wie man ist, das nicht nachfragt das einfach da ist, brach mir das Herz.

Es ist wie ein Familienmitglied zu verlieren. Es gehört zur Familie, man baut eine innige Bindung auf, man kann sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Ich vergas alles um mich herum, war wie in Trance, ich rannte nach Hause, weinte, schrie und fragte mich warum immer mir das Herz gebrochen wird. Ich nahm seinen Bruder aus dem Käfig und erklärte ihn, dass sein Bruder nicht mehr kommen würde, er wäre über den Regenbogen gegangen erklärte ich ihm mit zittriger Stimme, ihr denkt vielleicht er versteht mich nicht, mag sein, aber er spürte das etwas nicht stimmte und auch jetzt sucht er noch immer nach ihm, ich saß da mit meinem Meerschweinchen im Arm, die Tränen brannten in den Augen, der Hals kratzte vom Schluchzen und redete wohl mehr mit mir selbst als mit ihm um mich zu beruhigen.

Mein Möhrchen ich hoffe du bist gut über den Regenbogen gekommen, ich liebe dich und ich werde dich immer in meinem Herzen tragen, es war mir eine Ehre dir ein zu Hause bieten zu dürfen. Danke für deine Liebe, Aufrichtigkeit und die unzähligen Kuschelstunden. Immer im Herzen bei dir. Mit deiner kleinen Seele hast du mein Leben bereichert R.I.P Möhrchen! 2014-2017